Bittere Enttäuschung am Grand Raid !

Foto by Mario Zimmermann
Foto by Mario Zimmermann

Das Grand Raid mit 125 Kilometer und über 5000 Höhenmeter ist wahrscheinlich einer der härtesten Marathons die es gibt. So stand es in diesem Jahr bei mir hoch auf der Wunschliste und ich hatte es als letzten Saisonhöhenpunkt gesetzt. Weil ich das erste Mal am Start stand, wusste ich nicht wirklich, was auf mich zu kam, nur dass es verdammt hart wird. Leider konnte mein Cape Partner Lukas nicht am Start stehen, weil er sich bei einem Trainingssturz zwei Rippen angerissen hatte. Junge gute Besserung! So fiel um 6.30 der Startschuss ohne Lukas und es ging gleich in den ersten Berg. Ich war motiviert bis in die Fingerspitzen und wollte unbedingt um das Podest mitfahren. Doch schon am ersten Anstieg bemerkte ich, dass ich einen schlechten Tag eingefahren hatte. So brennten meine Beine schon von Beginn an, obwohl das Tempo eigentlich recht gemächlich war und ich atmete schon wie ein Bär. Dies störte mich aber nur wenig, weil ich wusste, dass es noch lange gehen wird. So kam ich immer mit der zehn köpfigen Spitzengruppe gerade so mit und musste immer wieder ein Abstand zufahren. Meine Müdigkeit bemerkte ich am Meisten als die Spritzigkeit gefragt war. Ich hatte keine Chance den Anderen zu folgen. Nach zwei Stunden fühlte ich mich dann schon, wie nach dem Eiger Rennen, aber ich war immer noch vorne dabei. Als dann Huber in einen steilen Trail angriff, war ich wie immer zu hinderst in der Gruppe. Zu meinem Erstaunen konnte ich dann ein wenig aufdrehen und noch gerade den Abstand wieder schliessen und war vorne in der fünf köpfigen Spitzengruppe (Sauser, Huber, Lakata, Huguenin) vertreten. So fuhren wir Richtung Mandelon und ich hatte das Gefühl eigentlich recht gut mithalten zu können, doch plötzlich bemerkte ich, dass ich ein wenig in eine Krise geraten könnte, zugleich zog Huber das Tempo an und ich verlor den Anschluss an die Gruppe. Auch Huguenin verlor den Anschluss und so fuhren wir einsam hinterher. Nun waren wir in Evolène und ich wusste, dass nur noch ein Berg vor mir stand, der Pass de Lona mit über 1800 Höhenmeter und einer Laufpassage von über 30min.. Ich fuhr als fünfter in den Berg und war eigentlich schon recht am ende und im Kopf stimmte es schon lange nicht mehr. Es ging aber nicht lange und ich konnte Huguenin einholen und zugleich überholen. So fuhr ich an vierter Stelle Richtung Laufpassage. Noch vor der Laufpassage kam aus dem nichts Stoll angerauscht und zog gleich an mir vorbei, so dass ich mich fast erkältete=) In der Laufpassage ging bei mir gleich nichts mehr, so zogen Looser und Mennen an mir vorbei und ich hatte keine Chance ihnen zu folgen. Ich muss ehrlich sagen, mir fehlte auch ein wenig die Motivation dazu, es stimmte einfach überhaupt nichts mehr. So machte ich mir schon beim letzten kleinen Aufstieg Gedanken, was ich am Abend noch unternehmen könnte und bemerkte nicht einmal richtig, dass ich wieder näher an Mennen kam. Eigentlich wäre der Schluss perfekt auf mich zugeschnitten gewesen, es ging nur noch hinunter. Weil ich aber eigentlich schon abwesend war, fuhr ich so etwas von schlecht hinunter und verlor nochmals Zeit, eigentlich passte es zum ganzen Rennen. Ich fuhr als siebter über die Ziellinie und war nur enttäuscht, ich muss aber eingestehen, dass eigentlich mehr möglich gewesen wäre, aber ich Mental nicht auf der höhe war! Das bemerkte ich auch heute, normalerweise wäre nach einer Renndauer von Total 6.30 hinüber, aber von der Müdigkeit keine Spur, im Gegenteil heute ging`s mit der Freundin auf eine lange Wandertour. Dies zeigt mir nochmals, dass ich nicht auf der Höhe war, der Spass fehlte, keine Emotionen dabei waren und es während dem ganzen Rennen nur ums Überleben ging. Erfreulich war die Teamleistung mit dem vierten Rang von Thomas Stoll und dem fünften Rang von Konny Looser. Herzliche Gratulation!

Nun es ist noch nicht alle Tage und es geht nächsten Samstag mit dem Nationalparkmarathon weiter um wieder mit Freude, Spass und Emotionen zu fahren.