Überraschender Sieg an der Salzkammergut-Trophy

Als ich samstags um 03:45 Uhr aus dem Bett stieg, konnte ich mich noch nicht wirklich vorstellen, wie ich die 211km und 7049hm überleben sollte.

Letztes Wochenende ging es für mich an der Zillertalerbikechallenge nochmals darum ein hartes Training zu absolvieren. Dabei konnte ich mit dem sechsten Rang in der letzten Etappe kleine Akzente setzen. Wir hatten eine tolle Woche im Zillertal und genossen diese Zeit. Am Montag ging es für mich und meinen Betreuer Marcel Trachsel weiter nach Bad Goisern, wo wir herzlich empfangen wurden. Der Grund dafür, war die Salzkammergut-Trophy, das grösste Bikerennen in Österreich. Ich konnte mich durch die ganze Woche sehr gut erholen und wir verwöhnten uns mit der kulinarischen Küche Bad Goiserns. Es stand aber auch viel Arbeit vor uns, wir planten das ganze Rennen mit den Verpflegungsposten, Ersatzmaterial usw. Wir mussten viel weiter denken, als an einem herkömmlichen Marathon, weil das Rennen doppelt so lang ist. Das ist uns sehr gut gelungen und wir haben tatkräftige Unterstützung vom Veranstalter bekommen.

Der Start war bereits um 05:00 Uhr, etwas zu früh für meinen Geschmack und ich sah kaum über den Lenker hinaus. Doch das änderte sich schlagartig mit dem Startschuss, die Favoriten legten gleich ein Tempo vor, so dass ich fragte, ob die überhaupt wissen, dass dieses Rennen über 200km geht. =) Ich konnte den ersten Berg mit der Spitzengruppe von vier Fahren mitgehen und fuhr in der Abfahrt ungewollt ein Loch von über einer Minute heraus. Danach fuhr ich mein Tempo einfach weiter, so schlossen zwei weitere Fahrer auf. In der nächsten Abfahrt stürzte einer von ihnen so sehr, dass er leider aufgeben musste. So waren ich und Thomas Strobl alleine vorne. Wir hatten es richtig gut, wir sprachen miteinander und hatten es lustig, so verging die Zeit recht schnell. Nach 130km bemerkte ich, dass sich langsam eine Krise breit machte, doch mit etwas mehr Trinken und extra Gels von Sponser Food, hatte ich es einigermassen wieder im Griff. Dann nach 150km war es soweit, der berüchtigte Salzberg, über 1000hm und steiler als die Polizei erlaubt. Ich fuhr mit meinem Rhythmus hoch und musste Stefan ziehen lassen. Doch ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgeben, schliesslich lagen noch 3h Fahrzeit vor uns und es konnte sehr viel passieren. Kurz vor dem höchsten Punkt sah ich Stefan wieder und konnte ihn überholen. Er sah ziemlich kaputt aus, so fuhr ich nach der Abfahrt voller Motivation in den letzten Berg mit 600hm hinein. Der Vorsprung wurde rasch grösser und bei mir lief es nach über 9h Fahrzeit wie von alleine. So kam ich nach über 10.24 Stunden in Bad Goisern an. Der Zieleinlauf war für mich überwältigend, die vielen Zuschauer und alles rundherum war einfach der Hammer und Gänsehaut Stimmung. Als zweiter fuhr Stefan Strobl durchs Ziel vor Daniel Rubisoier, Sieger des Raceacrossthealps 2014.

In diesem Bericht hört sich vielleicht die ganze Sache etwas locker an. =) Das war es für mich aber überhaupt nicht, ich hatte im Rennen viele Hoch und Tiefs und ich fragte mich, was ich überhaupt hier mache. Es war mein bisher härtestes und längstes Eintagesrennen. Es war für mich ein perfekter Tag, es stimmte einfach alles, auch mein WHEELER Eagle LTD überstand die Strapazen mit Bravour. Nun freue ich mich auf ein paar Tage Ruhe, bevor die Vorbereitungen auf die Schweizermeisterschaft in Grindelwald losgehen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Veranstaltern der Salzkammergut-Trophy und der Zillertalerbikechallenge für die tollen zwei Wochen in Österreich bedanken. Zudem möchte ich mich bei Mäsä bedanken, der meinetwegen zwei Wochen Ferien genommen hatte. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen, die Salzkammergut-trophy zu gewinnen