Vize-Schweizermeister zum Dritten

  

 

Nach 2013 und 2016 wurde ich auch in diesem Jahr wieder Vize-Schweizermeister im Marathon. Mitte Woche vor der Schweizermeisterschaft sah es noch etwas anders aus, ich dachte, das Swiss Epic gut weggesteckt zu haben. Tja falsch gedacht, meine Gesundheit war stark angeschlagen und ich war auf der Kippe um krank zu werden. Ich konnte aber schlimmeres abwenden und ab Freitag vor dem Rennen ging es wieder aufwärts. So stand ich am Sonntag bei wunderschönem Wetter in Einsiedeln am Start. Trotz der Vorgeschichte war mein Ziel klar, ich wollte dieses Jahr unbedingt den Titel holen und hatte meine Taktik

Mit diesem Selbstvertrauen startete ich dementsprechend schnell und hielt meistens das Tempo hoch. So fuhren wir in einer grösseren Gruppe über die ersten zwei Berge. Im Aufstieg zur Sattelegg machte erstmals Huber ein wenig Tempo und im obersten steilen Abschnitt griff er dann richtig an. Ich hatte bis dahin keine Mühe ihm zu folgen, andere mussten leider schon abreissen lassen und so konnte ich als Erster in die Abfahrt. Zu meinem Erstaunen konnte ich eine kleine Lücke von 10sec. zu meinen nächsten Konkurrenten Huber und Fanger herausfahren. So ging ich als Erster in den Aufstieg Richtung Wisstannen. Nun fuhr ich mein Tempo um zu sehen, wie sich Huber und Fanger verhielten. Bald war klar, dass nur noch Huber die Lücke schliessen konnte. Wobei er zu meinem Erstaunen fast die Hälfte von den 500 Höhenmeter brauchte. Zusammen gingen wir über die Wisstannen und nahmen die anschliessende Fläche in Angriff. Danach kam der längste Anstieg auf den Birstock. Mir war bewusst, hier würde die Entscheidung fallen. Meine Strategie war einfach möglichst lange am Huber dran zu bleiben, daher habe ich in Oberiberg einmal schnell attackiert, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt. Doch wahrscheinlich habe ich dort in ein Wespennest gestochen. =) Danach griff Huber einmal an, ich konterte und so fuhren wir nebeneinander immer schneller und schauten uns in Richtung Birstock immer wieder an (Psychospiele halt). Doch genau an der gleichen Stelle wie im 2016 musste ich Huber ziehen lassen, ich liess mich aber nicht beindrucken, weil ich wusste, dass ich in der Abfahrt sicher eine Minute aufholen kann und fuhr einfach meinen Rhythmus weiter. Am Bergpreis hatte ich 45sec. und alles war im grünen Bereich. Der erste Teil der Abfahrt war eher kupiert, trotz geringem Risiko kam ich wieder näher und fühlte mich wieder besser. Im ruppigen Schlussteil konnte ich nochmals aufschliessen, aber leider war der Weg zu eng oder Huber zu breit um zu überholen =) So nahmen wir gemeinsam die letzten 15km in Angriff, Angriff war auch das Motto von Huber, schon im nächsten Anstieg in Brunni griff er in einer steileren Passage an und kam ein paar Meter weg, in diesem Moment konnte ich einfach nicht reagieren. So verlor ich Sekunde um Sekunde und in der folgenden Abfahrt wollte ich keinen Plattfuss riskieren und sicher hinunter. So nahm ich die Fläche mit 20sec. Rückstand in Angriff und hatte immer noch nicht aufgeben, leider bemerkte ich, dass es mir die Steckachse vom Vorderrad gelöst hatte und so musste ich schnell anhalten um sie anzuziehen. Auch wenn mir diese Aktion nur 10sec. gekostet hat, nahm es mir den Wind aus den Segel und plötzlich war ich Mental nicht mehr auf der Höhe. Im darauf folgenden Anstieg war mir klar, dass Huber weg war und der Titel dahin. So fuhr ich auch die letzten Kilometer dem Ziel entgegen, so zusagen auf Halbmast und machte mir zu viele Gedanken anstatt nochmals Vollgas zu geben. Nach harten 4.23h mit 100km und über 3600hm fuhr ich mit einem Rückstand von 90 sec. auf Huber und mit einem Vorsprung von 5min auf meinen Teamkollege Looser als zweiter durchs Ziel.

 

Sicher war ich enttäuscht, aber ehrlich gesagt, hat der Stärkste gewonnen. Urs, ich gönne dir den Titel herzlichst! Vize-Schweizermeister tönt auch nicht schlecht und es ist meine 4. Medaille in 6 Jahren an den Titelkämpfen. Leider verlor ich auch die Gesamtführung der Garmin Marathon Classics Serie und wurde zweiter hinter Huber. Ein kleines Trostplaster, ich bin der einzige Fahrer, welcher in den letzten drei Jahre jedes Jahr auf dem Podest der Gesamtwertung der Garmin Marathon Classics Serie (2 x Zweiter & 1 x Dritter) war. Das zeigt, wie konstant ich in den letzten Jahren fuhr und ich mich schon langsam zu den besten meines Faches nennen darf =)

 

Dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne meine fleissige Helfer, meinem Masseur, meiner Frau und Familie, dem Team, Sponsoren und und und… Vielen herzlichen Dank euch allen!!!