Eiger Bike

 

Nach einem bisher schlechten Jahr stand am Sonntag mein Heimrennen in Grindelwald auf dem Programm. Ich war, wie immer am Heimrennen, motiviert, doch dieses Jahr fehlte das übliche Selbstvertrauen am Start. Nebenbei startete ich am Samstagabend noch am Pumptrackrace. Wie erwartet, hatte ich nicht einmal einen Hauch einer Chance, aber es machte sehr Spass.

Nun zum Marathon, schon beim Einfahren hatte ich kein gutes Gefühl, wie schon mehrmals dieses Jahr. So war ich froh als es endlich losging mit einer zum Teil neuen Strecke. Schon im Anstieg zum Feld bemerkte ich, dass meine Beine nicht richtig drehen wollten, so verlor ich bis zum Bergpreis fast drei Minuten auf die Ersten und fuhr ausserhalb der Top 10. In der anschliessenden Abfahrt konnte ich etwas Zeit gutmachen, aber meine Motivation hielt sich in Grenzen. Leider wurden an einer Kreuzung alle vor mir Fahrenden fehlgeleitet, wodurch ich den Rückstand wieder gut machen konnte. Und so fuhren wir Richtung Grosse Scheidegg wieder alle zusammen. Nun fühlte ich mich langsam besser und Beine waren auch nicht mehr ganz so schwer wie am Anfang. Beim Bachalpsee hatte ich dann knapp 25 Sekunden Rückstand auf die Ersten und fuhr als vierter in die coolste Abfahrt vom Tag. Nun war ich richtig im Flow und fuhr ohne Risiko, so überholte ich alle drei Fahrer vor mir. Mir war dabei entgangen, dass ich nun eine grössere Lücke rausgefahren hatte. So hatte ich vor dem letzten Anstieg Richtung Kleine Scheidegg zu meiner Verwunderung knapp zwei Minuten Vorsprung. Im Anstieg war ich dann nicht mehr am frischsten und fuhr auch nicht mit der Überzeugung, welche es braucht um zu gewinnen. So überholte mich Urs knapp nach der Hälfte des Anstieges. Ich versuchte, ihm zu folgen, musste aber nach ein paar Minuten eingestehen, dass ich nicht mithalten kann. Dabei überdrehte ich ein wenig und büsste dann so, dass mich Stünzi überholte und der deutsche Weber mich einholte. Mit Weber ging ich dann auch in die letzte Abfahrt und bei einer kleinen Gegensteigung konnte ich mich wieder von Weber lösen und fuhr ohne weiteres Risiko Richtung Ziel. So überquerte ich nach 88km und 3’900hm in 4:21h müde, aber glücklich als dritter die Ziellinie. 

 

Für mich war es ein guter Tag auch wenn ich Glück hatte. Ich hätte es nie erwartet, ausgerechnet am Heimrennen wieder auf dem Podest zu stehen. Trotzdem schaue ich auch etwas kritisch auf meine Leistung zurück, denn mit der Rennsituation vor der Kleinen Scheidegg hätte ich eigentlich gewinnen, oder mindestens auf Rang Zwei fahren müssen.

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