Grand Raid

 

 

Letzten Samstag stand ich nach 2013 und 2016 erst zum dritten Mal auf der Langdistanz am Grand Raid am Start. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Grand Raid war nicht besonders gut und es war bis jetzt auch keine Liebesgeschichte für mich. 

 

 

So ging es um 6:30 Uhr in Verbier auf die 125km und 5000hm lange Strecke, trotz der starken Konkurrenz war ich motiviert für an diesem Tag etwas zu zeigen. Der erste Anstieg war schon recht zügig, aber ich hatte ein gutes Gefühl und konnte gut mithalten. In der darauf folgenden Abfahrt konnte sich Lukas Flückiger vom Rest absetzen und danach bildete sich eine neun-köpfige Verfolgergruppe mit mir und vier weiteren BULLS Fahrern. Wir hatten Flückiger immer im Blickfeld und es war nur eine Frage der Zeit bis wir ihn einholten. Im Aufstieg nach Hérémence war es um Flückiger geschehen und wir holten ihn ein. Dabei wurde das Tempo verschärft, wobei ich nicht mitgehen wollte und so fuhr mein Tempo weiter. Weil das Tempo vorne nicht schnell war, konnte ich mit Simon Schneller wieder nach vorne fahren. So ging es in den Aufstieg zum Mandelon Rund 60km vor dem Ziel, dabei wurde das Tempo erneut erhöht und ich fuhr wieder mein Tempo weiter. Bevor es in den Trail ging, erhöhte ich das Tempo und fuhr zu Karl Platt und Simon Schneller auf. Im Trail und in der Abfahrt riskierte ich nicht viel und verlor so etwas Zeit. In Evolène ging es in den letzten Anstieg vom Tag, welcher ich als siebter in Angriff nahm. Wie schon den ganzen Tag fuhr ich meinen Rhythmus ohne zu überdrehen, so dass ich das Tempo zügig durchziehen konnte. Schon bald überholte ich den Spanier und schloss wieder zu Platt auf. So fuhren wir weiter und kamen dabei dem 5. platzierten Flückiger immer näher. Plötzlich merkte ich, dass sich mein Magen immer schlechter anfühlte und mir selber übel wurde. Als wir Flückiger fast eingeholt hatten, musste ich langsamer fahren, weil ich das Gefühl hatte, gleich zu erbrechen. Im Anschluss hatte ich keinen Appetit mehr und konnte nichts mehr trinken. Ich verlor sehr schnell viel Zeit. So kämpfte ich mich zum Pas de Lona hoch und als es in die Laufpassage ging, war ich völlig hinüber. Nach 20min. hoch laufen hatte ich nochmals viel Zeit verloren, aber trotzdem war ich noch immer an 7. Position. So nahm ich die kleine Abfahrt in Angriff bevor es die letzten Höhenmeter auf 2800m.ü.M. hoch ging. In dieser Abfahrt musste man viele Fahrer von den kürzeren Distanzen überholen. Beim Überholen passierte es dann und ich hatte einen Plattfuss. Wie es in dieser Saison so üblich ist, war es kein Plattfuss, welchen man schnell reparieren konnte, sondern ich musste meine Gels, welche ich nicht eingenommen hatte als Auflage in den Reifen legen, damit ich mit einem Schlauch fertig fahren konnte. In der langen Abfahrt Richtung Ziel verlor ich nochmals viel Zeit und wurde schlussendlich nur noch 14. 

 

Für mich ist es wieder, wie so oft in diesem Jahr, ein enttäuschendes Rennen und das Glück war leider erneut nicht auf meiner Seite, aber so ist der Sport. Lange darüber nachzudenken liegt nicht drin, weil am Samstag steht der Nationalparkmarathon mit 140km und 4000hm auf dem Programm. Ich muss zugeben, dass mein Fokus für dieses Rennen nur gering ist. Mein Fokus liegt nämlich schon auf der O-Tour, welche eine Woche später stattfindet und  gleichzeitig auch die Schweizermeisterschaft ist.